Himmelfahrt 2005


Mit einer Hanse 300 von Monnickendam in Richtung Erholung.

Die Anreise nach Holland war wie immer sehr gemütlich und angenehm. Es gab nur einen Punkt,
der beachtet werden mußte, das es sich um den Nationalfeiertagsvorabend handelt.
Um 20.00 Uhr gingen die Kirchen auf und keiner war zu sprechen. Ja und genau um die Zeit kam ich auch an. Also ersteinmal den Hafen und dann den Vercharterer suchen.

Marien Yacht Charter stellte mir eine Hanse 300 zur Verfügung.
Diese Yacht besitzt hervorragende Segeleigenschaften, die wir später noch nutzen mußten, denn das Wetter versprach nichts gutes. Wir, das sind Monika, Rudi und ich die mit dem Motto Our Compass is your guide,
ab in ein langes Wochenende gingen. Von Donnerstag bis Sonntag hatten wir Wettervorhersagen
von Starkwind aus West zu Nordwest mit Geschwindigkeizten von 15 - 20 m/s zuzüglich Böen von 25m/s
und zum Teil Starkregen.Also ganau das was wir suchten.

Nach der Übernahme und einem Check ging es 1020 Uhr los. Die Hafenausfahrt ist eng betonnt und zieht sich ca.6sm hin. Dieser Weg geht nur unter Motor. Nach einer Stunde war es endlich soweit, Segel hoch und mit raumen Wind hinaus in das Markermeer. Bei 990HPa und NW12-15m/s  ging es ohne Ziel nur geradeaus. Die Hans lief prima, die Pinne leicht zu führen und die Segel gut geschnitten und in Ordnung.
Als Vorsegel gab es eine Selbstwendefock, die natürlich nicht den Zug hat wie eine Genua aber das war bei diesen Winden nicht so schlimm. Eine Rolgenua hätten wir auch nur halb ausgefahren nutzen können und da wäre der Anstellwinkel am Vorliek nich so gut. Abfallen nach Lelystadt hieß die Devise.
Rudi hatte die dankbare Aufgabe uns durch das Reusenfeld zu steuern. Er hat es auch geschafft aber schon mal eine übersehen und fast getroffen. Die Fischer sind nicht weit und bei einem Treffer sind die Burschen sofort ran. Gegen 1400 Uhr hatten wir die Einfahrt Lelystadt erreicht und es begann die Diskussion über anlegen und weitersegeln. Monika und Rudi konnten sich nicht so recht einigen und so machte ich den Vorschlag lasst uns einfach mal durch die Schleuse gehen. Es ist immer wieder Interessant, wie so etwas abläuft.Gesagt getan, Rudi am Steuer, Monika an der Heckleine und ich vorne. Man konnte sehen, das die beiden doch zusammen etwas schafften. Mit anderen Worten: es gibt Sachen, die können Frau und Mann gemeinsam machen; und wenn es nur ein Boot festmachen ist.Aber es war wieder eine angenehme Stimmung und so fiel die Entscheidung weiter zu segeln nicht schwer. Als Ziel gab es nun Urk, gelegen am Ostufer des Ijsselmeer`s. Vorbei an den Träningsläufen der Segler, die einen Tag später am NRW-Cup teilnehmen werden. Für diese Großveranstaltung hatten sich in diesem Jahr 118 Yachten gemeldet. Auch die bekannte Quo Vadis war wieder dabei.Für uns ging gegen 1700 Uhr nach gut 40sm auch die Fahrt zu Ende. Jetzt kam die Zeit der niederländischen Telekom. Was Rudi so telefoniert und Bilder verschickt, ist schon sagenhaft. Dafür wird auch das Essen verschoben und der Stuhlgang ohne Handy wird zum Quälgang.

Die Nacht war sehr unruhig, da wir in Lee lagen und die Wellen sich am Rumpf brachen. Für Monika war die Nacht sehr kurz so das Sie schon recht früh auf den Beinen war. Nicht nur früh, Sie ist auch schnell auf diesen unterwegs. Da es nur eine Toilette gab hieß es erster sein oder in die Hose rein. Sie war zweiter und das Problem auf ihrer Seite. Es ging alles gut. Nach einem guten Frühstück sieht die Welt schon wieder besser aus und so ging es für uns drei wieder los. Unsere Nachbarn blieben in der Box, für sie war Hafentag angesagt. Doch wir wollten weiter und einen Kurs gibt es immer. Auch heute hatten wir Wind aus NW mit 15-20m/s und so ging es auf sw-Kurs zur Flevo Marina. Hier konnten wir das Regatterfeld beobachten und es queren. Unser Weg führte genau hindurch. Nach vier Stunden waren wir an der Schleuse Lelystadt die wir noch zweimal queren werden. Rein und durch und ab in den Stadthafen von Lelystadt.
Yacht fest und ab in die Stadt zum bummeln. Frauen sind in diesem Punkt höher belastbar. Mir hat es nach einer Stunde Straßenlauf gereich. Auf einer Bank am See den Schwänen zuschauen  macht auch Spaß wenn die Knochen lahm werden.Monika zog ihre Kreise und fand auch noch Lidl, kaufte ein und fand auch unsere Yacht wieder. Rudi und ich redeten über die Zeiten der Bavaria 31 Spirit of Sunshine. Diese hat Rudi, wer es noch nicht weiß,  verkauft.Jedenfalls war dieser Tag für meine Mitsegle zu anstrengend, denn nach dem Abendessen waren beide im Reich der Träume verschwunden. Am Sonnabend wollte ich zurück in Richtung Westufer, irgendwo in die Nähe von Monnickendam. Doch dies liegt im NW und von da kam der Starkwind.Tanken mussten wir auch noch und das ging nur in der Flevo-Marina. Somit wieder schleusen dann tanken zurückschleusen und Aufbruch in Richtung ???, mal sehen.
Es gab nur die Möglichkeit, so hoch am Wind wie möglich. Ich übernahm diesmal das Steuer beim durchqueren der Fischernetze bis wir frei waren. Zum Starkwind kam nun auch noch Dauerregen mit Böen und kleinen Hagelkörnern.
Leider verabschiedete sich auf diesem Weg der Splint der Backbordreling. Ich konnte sie auf dem Vorschiff provisorisch reparieren nur anfassen durfte man sie nicht.Doch wenn es schnell gehen soll, vergisst man dies schon.Bei einer Wende und Wechsel des Steuers von Monika an Rudi passiert es dann.Monika wollte sich am Draht festhalten doch der wir Butter in ihrer Hand und gibt nach. Worauf sie ein wenig stolpernd nach Lee kam. Es ist nichts geschehen, doch sie merkte, das einige Segeleigenschaften ihr fremd waren und sie doch noch einmal die Grundmaterie erproben möchte. Dies ist natürlich bei 2-3Bft jederzeit möglich nur diesmal nicht bei 5-6Bft.Leider brachte uns der Kurs nach nirgendwo. So das ich als einigstes Ziel Volendamm vorschlagen konnte.Aber auch dies war direkt nicht zu erreichen und nur durch eine Kreuz anzusteuern.Da das Wetter zu dieser Zeit sehr ungemütlich war und wir schon 6 Stunden unterwegs waren erlaubte ich mir den Motor in kleiner Fahrt mitlaufen zu lassen. Somit konnte ich die Höhe halten und in den Kanal von Volendamm einlaufen. Der Hafen selbst ist nicht gerade angenehm. Immer voll belegt dazu Ausflugsdampfer nach Marken und eine ganze Reihe von Plattbodenschiffen. Der linke Teil des Hafens gehört den Fischern, es gibt nur eine Mole wo im Päckchen gelegen wird.Wir hatten Glück und fanden noch einen Molenplatz quer zur Mole und konnten somit wie unsere Nachbarn über Bug aussteigen.Fischereihafen heißt für mich Fisch essen. Danach in der Sonne windgeschützt ein gutes Bier und der Tag war gelaufen.

 

Monika und Rudi machten den Ort unsicher und brachten zum Abendessen den richtigen Hunger mit.
Alle Reste kamen auf den Tisch, denn am nächsten Tag war unser Törn zu Ende.
Die letzten 8sm gingen wir nach einem ausgedehnten Frühstück gegen Mittag an und brauchten auch nur eine Stunde um im Ausgangshafen Monnickendam festzumachen. Nach ca. 85sm war unser Himmelfahrtskommando zu Ende. Packen, säubern und Heimreise waren die letzten Punkte. Die Übergabe erfolgte unkompliziert und schnell. Die Yacht ist gut und das Drumherum stimmte auch. Wer also vom westen her das Binnenrevier Ijsselmeer/Markermeer erforschen möchte ist mit dem Ausgangshafen Monnickendam bestens beraten.

Bis die Tage
Burkhard