Es gibt viele Wege um nach Norden zu kommen. Einer davon ist mit einem Segelboot. Die Pagan ist in diesem Jahr nach Spitzbergen unterwegs wo sie den Sommer verbringen wird.
Einige Beobachtungen der Landschaften sowie die Buchung als Vogelbeobachterstation lassen das Schiff nicht mehr aus dem Eis. Als Stahlschiff mit 27 Tonnen Gewicht ist sie auch bestens
Das Abenteuer PAGAN-Expedition 2003 beginnt mit einer Pleite. Die Tour Amsterdam - Bremerhaven fällt aus. Auf der Nordsee sind schwere Stürme und durch fehlende Hochseeerfahrungen der Mannschaft ist es nicht möglich die PAGAN zu überführen. Somit stieg ich am Sonntag, den 27.04. in Amsterdam an Bord. Die Pagan lag ruhig und sicher im Sixhaven gegenüber vom Zentralbahnhof Amsterdam. Die Anreise erfolgte per Bahn und bei der Fähre gab es den ersten Kontakt mit der zukünftigen Mannschaft. Robert (Augsburg) stand mit seiner Wegbeschreibung am Pier. Da jeder solche hatte war mir klar er gehört zur Pagan. Im gleichen Zug saßen dann auch noch der Rest. Georg(Stuttgart) kam mit Eberhard(Stuttgart) als Gruppe angereist um die DB einen besseren Tarif rauszukitzeln. Dazu kommen dann Olaf(Münster) und Reinhard(Kassel). Somit war zum Sonntag Abend die Truppe komplett. Am Montag 11.30 Uhr hieß es dann Leinen los und Richtung NORDEN. Norden ist ein weiter Begriff, denn zuerst ging es den Nordseekanal entlang um nach Ijumuiden zu kommen. Schleusen und dann endlich 16.30 Uhr Nordsee. Zu diesem Zeitpunkt gab es vom DWD eine Sturmwarnung im Englischen Kanal so das wir uns noch überlegen konnten los oder abwarten. Wir entschieden uns für die Fahrt da der Luftdruck konstant blieb und Wind 4-5 Bft aus SW wehte. Hinterher weiß man alles genau. Die Entscheidung war Richtig. Von nun an lief unser Wachsystem. Zwei Mann eine Wache Robert/Burkhard - Eberhard/Reinhard - Georg/Olaf gingen als Paar ins Rennen. Dieser Wachplan bestimmte ab jetzt unseren Lebensrhythmus, denn mit 5-7 Tagen Überfahrt rechneten wir. Zumal jetzt noch nicht feststand, wo es überhaupt hingeht. Der Wind sollte nach 2-3 Tagen entscheiden Shetlandinseln oder Norwegen.
Am 02.05. kam vom DWD für unser Gebiet eine Starkwindwarnung und gleichzeitig ging der Wind auf NNO genau da wollten wir aber hin. Weiter kreuzen gegen die See. Unsere Etmale lagen zu diesem Zeitpunkt immer noch zwischen 130 - 150sm und brachten uns somit schnell nach Norden. Die einzelnen Plattformen im deutsch/holländischen Seegebiet waren mir ja bekannt und kein Hindernis. Doch das änderte sich rapide um so weiter wir in das Gebiet Norwegen kamen. Nachts waren sie Hindernisse die schwer auszumachen waren. Ich weiß wo sie stehen doch die Plattformen haben noch abseits stehende Zapfsäulen an denen die Tanker das Gas oder Öl aufnehmen. Die sind nicht unbedingt beleuchtet. Eine gab nur Glockenschläge ab so das man glaubte ein Geisterschiff müsste hier irgendwo sein. Da die See immer noch hoch war ist ein kurzzeitiges Ausweichmanöver nicht ganz einfach. Ein Erlebnis ist noch sehr nachhaltig. Doggerbank war mir als Begriff wohl bekannt. Doch Vorsicht hier. Bei Wind aus West kann sich hier ganz schnell eine steile Welle aufbauen was wir nicht hatten, aber das zweite Übel traf uns voll. Fischer mit ihren Netzen überall und ihr Kurs war wild und unberechenbar. Zu dritt standen wir draußen und beobachteten die Lichter, denn durch den Neumond war es noch dunkler als sonst. Zum Glück gab es nur eine brenzliche Situation die durch Motorunterstützung sowie beidrehen entschärft werden konnte.
Jetzt stand fest wo unser erstes Ziel sein wird. Àlesund (62028`N-006009`E) wollten wir zum einklarieren, duschen und einkaufen nutzen. Am 05.05. um 00.15 Uhr war des dann soweit . Die Leinen gingen an der Pie über und wurden festgemacht und das Festland hatte uns nach 155 Stunden und 800sm wieder. Man fühlt sich wie Kolumbus doch es ist keiner da. Die Stadt schläft und wir taten das gleiche nach einiger Zeit. Am Nachmittag hieß es dann um 1730 Uhr Leinen los in Richtung Kristiansund. Mit Wind aus SO der Stärke 3 im Schärengürtel mach Segeln so Richtig Spaß. Es ging vor dem Wind immer der Steinreihe nach. Wer gerne im Watt segelt kommt auch hier gut zurecht. Der ständige Ausguck nach Pricken, Felszeichen und der genauen Beobachtung der Karte, zum Teil sogar mit Lupe lässt einen interessanten Segeltag entstehen. Langeweile gibt es nicht.
Am 06.05. um 0630 Uhr waren dann die Leinen fest und ausschlafen bis 1000 Uhr. Die Stadt bietet nicht viel. Es riecht alles nach Fisch und das Angebot außerhalb des Wasserbedarfs ist nicht gerade toll. Um 1500 Uhr ging es weiter um in den Trontheimsleier einzubiegen. Das ist so eine Art Kanal der breit genug ist um eine ordentliche Schifffahrt zu zulassen. Es ging die ganze Nacht durch bei Wind aus SW und 3-4Bft sowie 1008hPa.
Somit war das Abendbrot gesichert und die Fahrt ging weiter zu einem kleinen Hafen
Unsere erste Exkursion stand auf dem Plan. Schlauchboot zusammen bauen und ab an Land auf den Spuren der Steinzeit.
Die Tour selber hatte richtig Spaß gemacht und somit ging es wieder an Bord um abzulegen in Richtung Bronnesund.
Es war der 10.05. und heute standen Kurzbesuche auf mehreren Inseln an. Der Polarkreis ist erreicht. Doch kurz vorher kommt eine Touristenfalle.
Hier liegt auch einer der schönsten Fjorde, der aber nicht von den Fähren angefahren wird.
Wir legten auch gleich ab um heute noch den Gletscher zu erreichen. Der Svartisengletscher (66042,5`N-013043`E) befindet sich im Hollandfjord wo wir auch gegen 1830 Uhr ankamen. Wir hätten noch vor 1900 Uhr anlegen können wenn nicht die Gletscherzunge von mir für zu klein angesehen worden wäre. Ich habe schon einige Gletscher gesehen, das was ich dort sah kam mir wie ein Ausläufer vor und fand nicht meine Beachtung. Reinhard der als einzigster schon mal hier war, schlief den Schlaf der Gerechten und somit entschieden Robert, Eberhard und ich weiterzufahren in den nächsten Fjord um mal dort nachzusehen. Der heißt auch mal wieder Nordfjord ist sehr interessant, muss man gesehen haben aber war der falsche Fjord. Damit hatten wir unsere erste Fehlfahrt im Schärengürtel. Verschlafen kam Reinhard hoch wunderte sich am Anfang nur über Bauten die es vor einem Jahr noch nicht gab und meinte nur immer weiter. Doch das Ding ist ja eine Sackgasse und somit auch mal zu Ende und immer noch kein Gletscher. Jetzt wurde uns doch bewusst, das die Zunge von vorhin der Gletscher sein muss. Umdrehen und zurück und um 2000 Uhr waren wir fest am Steg eines Fischereibootes. Wir machten uns auch gleich für den Landgang fertig und dann nichts wie hin zum Eis. Gans ran kamen wir nicht, da ein Gletschersee dazwischen lag und umgehen wollte ihn keiner. Nicht vergessen sollte man, das es immer noch hell ist, wenn man um 2200 Uhr draußen ist. Die anschließende Nacht war ein wenig kurz, denn nach einigen Stunden rollten wir so langsam aus unseren Kojen. Der Tidenhub ist hier immerhin noch 2-3m und den hatten wir nicht beachtet. Die Festmacher waren unter Spannung und unsere Pagen hing ein wenig schief in den Seilen. Bis auf eine Spring konnten wir auch noch alles lösen, doch die mussten wir kappen. Man sollte halt doch vorher in den Tafeln nachsehen wie der Tidenhub ist. Am nächsten Tag, dem 13.05. legen wir früh ab um weiter zum Ziel zu kommen. Bodò lag jetzt schon in Reichweite, doch wollten wir dort jetzt noch nicht hin. So gingen wir noch nach Inndyr (67002`N - 014002`E) um noch eine weitere Insel kennen zu lernen. Bei wechselnden Winden lernten wir so noch einige niedliche Siedlungen kennen. Da die Abstände zu den Bergen hier sehr gering war mussten wir ständig mit Fallböen von 20knt und mehr zurecht kommen. Auch hier stand wieder Fisch auf der Speisekarte doch gab es zur Abwechselung mal Makrele die jetzt zu finden war. Auf 15m Wassertiefe fanden wir eine ideale Stelle um das Abendbrot sicher zu stellen. Die letzte Etappe hatte angebrochen und wie sollte es anders sein, Wind aus Richtung Bodò wo unser Ziel war. Kreuzen bis zur Feststellung, gegen den Wind und gegen den Strom hatten wir keine Chance. Es musste der Motor zugeschaltet werden. Wir nahmen die Segel runter und fuhren so die letzten 10sm zum Steg Um 1617 Uhr war am 14.05. nach 1276sm unsere Fahrt in Bodò (67017`N - 014023`E) zu Ende. Was jetzt noch kam war graue Theorie. Packen, Abschied, zum Flugplatz, Rückreise. Der Flieger ging am 15.05. und nach zweimaligen Umsteigen war Berlin Tegel für mich das Ziel in Deutschland. Den Rest nach Magdeburg ging es mit dem Mietauto. Die Flug- und Autoangelegenheiten hatte für mich wieder die Flugbörse in Magdeburg geordert. Auch diesmal wurde eine gute Arbeit abgeliefert. Denn Probleme wurden während meiner Abwesenheit für mich in meinem Sinne geklärt. Bis die Tage Burkhard
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