Osterreise im Schnee


Man freut sich das ganze Jahr auf Ostern und die damit verbundene Reise und dann kommt alles ganz anders.Leider ist mir dies nun auch geschehen, aber zum Glück wurde es dann eine anspruchsvolle Segeltour.Mit einer Bavaria 33 sollte es von Neustadt (Holstein) nach Dänemark gehen und dafür hatten sich vier Segler gefunden. Doch zwei mußten die Segel streichen und so blieben nur Rudi und ich übrig. Ersatz zu finden ist kurz vor Ostern auch nicht möglich und damit stand fest, es geht zu zweit auf Fahrt.Wir trafen uns am Donnestag im Laufe des Abends und mußten im Seewetterbericht hören, daß mit Sturm und Regen zu rechnen ist. Dazu auch noch, daß der Wind genau von Nord kommt und da wollten wir doch hin. Von Neustadt ging es Freitag früh los mit einem Kurzbesuch in Neustadt Stadthafen. Hier war gerade die Segelschule Beeker dabei ihren Teilnehmern das An- und Ablegen zu erläutern. Man muß wissen, daß mit Birger Beeker ein jahrelanger Kontakt besteht und ich ihn gerne mitgenommen hätte. Doch bei dem Wetter hatte auch er kein Interesse. Mit einem letzten Tip zur Vorsicht ging es dann für uns beide los. Eigentlich wollten wir bis Heiligenhafen kommen, doch nach neun Stunden kreuzen hatten wir mal gerade Großenbrode vor der Nase. Da der Wind auf Nordwest gegangen war hätte es bedeutet im Sun auch noch zu kreuzen. Doch der ganze Tag hatte schon Kraft gekostet, denn bei Windstärken von 7-8 Bft und mit Böen die uns immer wieder zu schaffen machten stand fest Schluß für heute und ab in den Hafen.Nun ist Großenbrode nicht gerade der Nabel der Welt, doch warme Duschen und leere Boxen mit Stromanschluß ließen uns schnell gefallen an dieser Marina finden. Die ganze Traurigkeit konnten wir dann am Tage sehen, denn es war leer und kaum Segler da. Wir waren die einzigen die den Weg nordwärts gegangen waren. Auch brachte uns der Wille wieder auszulaufen nur Kopfschütteln bei den paar Seglern ein. An dieser Stelle wurde aber der Plan Dänemark über Bord gespült. Jetzt stand fest, ausschlafen und raus und dann einschätzen wohin geht die Reise.Der Tag fing mit wenig Wind an und so konnten wir mit Lust in den Segeltag starten. Auch als die Fehmarnsundbrücke in Sicht kam blieb der Wind bei 3 Bft stehen und brachte nicht den gewünschten Vortrieb. Er kam natürlich wieder von vorne. Nach passieren der Brücke einigten wir uns auf gemütliches Kaffeesegeln und dann geht es nach Heiligenhafen oder Burgstaaken. Die Stunden verliefen bei herrlichen Sonnenschein viel zu schnell. Mittag an Deck und dazu dieser herrliche blaue Himmel war schon eine Entschädigung für den Freitag. Wenn die Kälte nicht wäre, dann könnte man denken im Mittelmeer zu sein. Der Hafen wurde nach dem Wind bestimmt und so fiel die Wahl auf Burgstaaken wo in der Rundbox angelegt wurde. Eine Runde zu Fuß um die Ferienanlage macht mal wieder Spaß und der kleine Bummel durch die Ramschläden brachte die notwendige Abwechselung für uns.Aber am Abend kam es wieder richtig Dick. Der Wetterbericht sprach von Schnee in den Abendstunden der sich am nächsten Tag behaupten wird. Ja und der wind wurde mit 6 Bft angegeben doch diesmal aus Südost. Das bedeutete für uns wieder voll gegenan und somit der Besitz der doppelten A....karte !!! Doch morgen ist lange hin und so ließen wir uns auf Deck noch ein paar Flaschen Rotwein schmecken und nervten Bekannte mit Ostergrüßen.Es gibt Tage da stimmen doch tatsächlich die Wetterberichte und das sind genau die Tage die ich so überhaupt nicht mag. Augen auf und siehe da Schnee als Graupel. Er hatte zwar keine Chance zum liegnbleiben aber beim Segeln von vorn ist es schon störend. Dazu kam noch Nebel und somit schlechte Sicht. Nichts wie raus aus dem Hafen und ab Richtung Süd. An der Mole kamen uns dann schon herrliche Brecher entgegen und somit stand fest der Tag wird schööööön. Rudi kann man ans Ruder stellen und machen lassen. Nur mal nach Stunden nachsehen ob er was braucht. Das machte ich mir zu Nutze und ließ Ihn gerne in dieser Zeit des Schneetreibens steuern. Nach zwei Stunden war der Spuck vorbei und ich fragte nach Ablösung. Kein Segler unterwegs, nur die Küstenwacht kam etliche Male vorbei. Die hatten bestimmt auch kein Verständnis für uns.Nach sieben Stunden war Pelzer Haken in Sicht und somit auch das Ende dieser Reise. Der Rest war angenehm, denn seit zwei Stunden nahmen die Wellen an Höhe ab und der Wind hielt seine Richtung. Bis zur Ansteuerung Neustadt nahm der Wind immer weite ab, so das wir uns für den Motor als Ausweg entschieden. Eine anspruchsvolle Fahrt die mit zwei Mann auch schlauchte hatte Rudi und mir ein seglerisches Festmahl bescheert.

Bis die Tage
Burkhard