Holland im Sommer ! ODER ?


Sommerzeit - Urlaubszeit - Sonnenzeit
und ich denk mir geh mal segeln.

Diese Reihenfolge stimmt für mich nicht mehr.
Als wir am 11.7. anreisten, war das Wetter schon heftig, doch bei der Übernahme des Bootes, einer Bavaria 32H nahm der Wind immernoch zu. Im Hafen von Lelystad ging es ganzschön zur Sache und unser Windmesser zeigte 32 Knoten an. Wir waren auch noch das erste Boot in der Box so das wir den Schwall voll abbekamen, was bedeutete, eine unruhige Nacht stet uns bevor.Mit uns meine ich Simone, Ina und mich die diesmal ganz in Familie und ohne festes Ziel nur segeln wollten.Doch aus dem wurde am folgenden Tag leider nichts. Denn das Wetter hatte sich nicht verbessert und somit stand ein Hafentag an. Mit dem Auto ging es über den Deich nach Enghousen zum bummeln.Auf dem Rückweg wurde noch schnell ein Abstecher in der Flevo gemacht um zu schauen was das Quo Vadis Segel Team macht. Beide Boote, die Quo Vadis und die Quietus waren festgemacht. Endlich Freitag und der Wind mit 4-5 Bft in dem Bereich wo meine Frauen keine Bedenken mehr haben. Also ging es raus. Es gab kein Ziel und somit ließen wir es ruhig angehen. Nach dem schleusen im starken Regen waren wir entlich auf dem Ijsselmeer und gingen mit Ostkurs erstmal hinaus.Die Bavaria lief gut. Durch den Autopilot war es für mich leicht den Kurs zu halten. Wir machten ein paar lange Schläge und gingen dann langsam daran uns einen Hafen zu suchen. Zurück nein und nach Flevo auch nicht. Hinüber nach Lemmer zu weit und nach Enkhuizen zu hoch. Da fiel mir der Trintelhafen am Deich ein. Es handelt sich hierbei um einen reinen Fluchthafen der keinerlei Service bietet. Aber mit 2,40m Wassertiefe und einer festen Kaimauer einen sicheren Platz für die Nacht bot. Die vorhandene Gaststätte läd bis 19.00 Uhr zum verweilen ein, doch ist das Angebot nicht zu groß. Dafür liegt man schön im Grünen und hat die Möglichkeit ein Lagerfeuer zu machen oder den Grill anzuschmeißen. Aber, denkt daran, alles selbst mitbringen auch das Holz. Es war erstaunlich wie viele den Hafen für die Nacht nutzten selbst die Plattbodenausflugsboote kamen vorbei. Ein Koch wurde voraus geschickt um den Grill vorzubereiten und dann kamen die Ausflügler.Bei achterlichen Wind ging es am folgenden Tag rüber nach Lemmer. Man sollte immer bedenken, das sich die Einfahrt von Lemmer enorm lang zieht. Durch den Schubverkehr der hier in den Prinzes Magarethen Kanal einfährt ist auch ständig mit Berufsschiffahrt zu rechnen. Die weichen nicht aus !!In Lemmer gibt es soviele Anlegemöglichkeiten, das man sich keine Gedanken über einen Liegeplatz machen sollte. Wir gingen in den Stadthafen und lagen in einer Box. Auch ist die Nähe zur Stadt ein Grund hier anzulegen. Ein Bummel mit Fischessen ist natürlich ein fester Programmpunkt. Es ist lecker und ich muß mich zusammenreißen um nicht ständig Nachschub zu holen. Die Enge von der Lemsterschleuse und dem anschließenden Kanal ist immer aufregend. Es wird gedrängelt was das Zeug hält und zwischen Biertischen und Frittenbuden geht es dann durch die Stadt. Ich war nun schon sehr oft hier, aber ich bin jedesmal von dem Trubel begeistert und ich habe noch nie von einem Unfall gehört.Beim Schlendern im Regen lag am Bavariakay ein Stahlboot, das so neu aussah, daß es bestimmt noch nie draußen war. Der Besitzer erzählte mir von der Fertigstellung und das die Segel gerade gesetzt wurden. Mit dem Boot verlegt er sich dann nach Wismar um von dort Reisen in die Welt Norwegens anzubieten. Das Nordkap und die Lofoten gehören zu seinen Zielen. Es ist eine Reise, die mich auch interessieren würde.Nach dem Ablegen was ein wenig eng war da wir ganz hinten in der Box standen ging es raus mit Westkurs. Und da aus 260 Grad der Wind kam hieß das für alle Boote aufkreuzen. Es entwickelte sich mit zwei anderen Booten ein kleines Race was alle ein wenig aufmunterte da es schon wieder mit Regen anfing.Ihr merkt schon an meinen Ausführungen, das Wort Regen kommt fast täglich vor.Mein Ziel Medemblick zu erreichen mußten wir aufgeben. Eine ständige Kreuz und wir hatten schon fünf Stunden hinter uns wurde langsam zu viel. Was macht man? Richtig! Ausweichhafen suchen. Den haben wir dann mit Stavoren auch gleich im Blick. Stavoren ist mir gut bekannt wobei ich es vorziehe in den Außenhafen zu gehen. Der Stadthafen mit seinen Päckchen zu acht ist für Familiensegler nicht das richtige. Die Marina selbst ist gut und kann von mir nur empfohlen werden. Sanitäranlagen sowie Strom und die Nähe zur Stadt bieten alles um einen schönen Aufenthalt zu haben.Aber für uns ging es am nächsten Tag dem Montag wieder weiter. Gleich zurück nach Lelystadt wollten wir aber nicht. Also setzten wir uns als Ziel Enkhuizen. Mit leichtem Schiebewind und Schmetterling ging es Ruhig aber auch langsam auf die andere Seite.Mitten auf dem Ijsselmeer trafen wir uns mit einem Plattbodenschiff der den gleichen Kurs hatte. Wir gingen auf Sprachentfernung und kamen ein wenig ins plaudern. Es wollte zur Flevo runter die wir nicht anfahren wollten. Wir ließen uns aber gemütlich treiben und entschieden uns dann noch einmal den Deichhafen anzufahren. Leute denkt daran, von Norden kommend gibt es dort Untiefen mit 1,30m Wassertiefe. Es muß unbedingt der Tonnenstrich abgewartet werden, bevor man den Kurs zum Hafen absetzt.Diesmal ließen wir den Tag mit einem großen Eisbecher ausklingen. Bevor es am nächsten Tag zurück nach Lelystad gehen soll.Die Fahrt war für alle entspannend und wir planten einen Stop in der Flevo ein. Nach dem tanken ließen wir das Boot am Steg und nutzten die Gelegenheit zum Einkauf und zum duschen. Danach legten wir mit Ziel Schleuse ab. Das Schleusen wurde nocheinmal ein wenig kribblig da ein Motorbootfreizeitkapitän nicht so richtig aus den Schuhen kam.So kamen wir in unserer Box wieder an und ließen uns den Abend und den Törn in der Hafengaststätte beenden.Im Nachgang war es eine richtige Entscheidung schon am Dienstag in die Box zu gehen, denn am Mittwoch dem Abgabetag ging es wieder windmäßig zu Sache.

Bis die Tage
Burkhard